13.000 Teilnehmer/innen und 46 Startpunkte bei der Sternfahrt 2006
Eine kleine Auswahl von Grafiken und Fotos:
Grafik: Dirk Hendess, GNU-Lizenz
MoA2006-Routenplan.pdf 316.88 KB
Aus dem Aufruf zur Fahrradsternfahrt 2006:
Liebe Radfahrerinnen und liebe Radfahrer aus Hamburg und Umgebung!
Seit 1984 hat sich der Fahrradverkehr in Hamburg fast verdreifacht. Dies ist das Ergebnis der neuesten Verkehrszählung. Sogar im letzten Winter fuhren viele Menschen in und nach Hamburg mit dem Rad. Zirka 40% der Hamburger Haushalte haben kein Auto, aber fast jeder Haushalt besitzt mindestens ein Fahrrad. Es gibt beinahe ebenso viele Drahtesel in Hamburg wie Einwohner. Und obwohl beinahe 20% des rollenden Individualverkehrs mit dem Rad gefahren werden, gibt die Stadt Hamburg nur 0,7 Promille des Verkehrshaushaltes für den Fahrradverkehr aus. Daran hat sich trotz vollmundiger Ankündigen des Senats bisher nichts geändert.
Daher veranstalten Verkehrs-, Umwelt-, „Eine Welt"- und Friedensinitiativen aus Hamburg und dem niedersächsischen und schleswig-holsteinischem Umland in diesem Jahr im Rahmen des bundesweiten "autofreien Sonntags" wieder eine Fahrraddemonstration.
Ziel dieses Protestes ist die Förderung des „Umweltverbundes" im Verkehr, d.h. des Zu-Fuß-Gehens, des Fahrradfahrens und des Benutzens öffentlicher Verkehrsmittel. Wir fordern unter anderem, dass für den Fahrradverkehr ein Drittel der Finanzen des Hamburger Verkehrshaushaltes zur Verfügung steht. Für bessere Radwege, Radspuren auf den Straßen, Velorouten und bessere Fahrradabstellanlagen. Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit, weg mit den Bettelampeln. Hört auf, Hamburg in eine Rennstrecke umzubauen.
Nachlese Mobil ohne Auto 2006:
13000 Teilnehmer/innen bei der Fahrradsternfahrt
13 000 Teilnehmer/innen starteten auf 18 Touren mit 46 Startpunkten. Sie haben deutlich gemacht, dass sich die Fahrradfahrer/innen, Fussgänger/innen und die Benutzer/innen öffentlicher Verkehrsmittel nicht mehr ins Abseits stellen lassen wollen.
Die Politiker müssen handeln, nicht nur weil wir dies bei dieser Demo gefordert haben, sondern weil die Förderung des Umweltverbundes einfach notwendig ist, um eine lebenswerte Stadt zu gewinnen, um die Probleme der ungebremsten CO2-Emissionen auch in Hamburg anzugehen und um letztlich auch den Konflikten um das Öl entgegenzutreten.
Zum Vormerken: Die nächste Fahrradsternfahrt ist am 17. Juni 2007. Sie findet regelmäßig am "Mobil ohne Auto"-Tag statt. Dieser ist immer am 3. Sonntag, im Juni, jeden Jahres. Tragt euch diesen Termin doch schon mal vorsorglich für die nächsten 20 Jahre in eure Kalender ein.
Von Helmut Niemeier gibt's einen ausführlichen Bericht zur Fahrradsternfahrt 2006 mit Fotos auf: Helmuts-Fahrrad-Seiten
Fahrradsternfahrt Hamburg - ein schöner Erfolg für den Radverkehr
Aus "Pett man sülm 4/2006" der Fahrradzeitung des ADFC Schleswig-Holstein
Die Sternfahrt 2006, die am 18. Juni mehr als 10.000 Fahrradbegeisterte auf die Straßen in und um Hamburg brachte, war ein voller Erfolg. Die Teilnehmer erfuhren die Hansestadt aus allen Himmelsrichtungen und natürlich stand die Köhlbrandbrücke als besonderer Höhepunkt wieder im Streckenangebot.
Alle Plakate waren geklebt und die Flyer verteilt. Jetzt war nur die bange Frage, bleibt das Wetter so kalt und regnerisch? Ab Sonnabend dann der strahlend blaue Himmel. Über 10.000 Radler machten sich auf den Weg. Die Anzahl der Startpunkte hatte sich von 20 auf 50 erhöht, so dass fast jeder „von der Haustür“ abfahren konnte, egal ob Lübeck, Itzehoe, Kaltenkirchen oder Barmbek.
Es ist schon ein besonderes Erlebnis, an der Köhlbrandbrücke zu sehen, wie sich ein Kilometer langer Lindwurm von Radlern über die Brücke windet. Vom Feierabend-Rennradler bis zu Familien mit Kinder-Anhängern war alles dabei. Mancher Familienvater musste seinem Sprössling ab und zu mal Anschub geben.
Die Resonanz in der Presse war schon im Vorfeld so, dass der fahrradpolitische Sprecher der CDU-Fraktion auch mit dabei war. Politiker haben erkannt, dass Fahrradverkehr ein Thema ist, mit dem man sich profilieren kann. In der nächsten Talkshow spricht er sich zwar vehement für Bettelampeln aus und sucht die Schuld an der Radwegmisere bei den Vorgängern. Die Sternfahrt hat aber dazu beigetragen, dass die Politik sich diesem Thema nicht mehr verweigern kann. Alle Teilnehmer hatten eine Riesenspaß. Hier einige Stimmen:
- Leon 7 Jahre aus Barmbek: „Oma das ist toll, die Polizei vorne und wir dürfen bei Rot über die Kreuzung. Nächstes Jahr komme ich mit meiner ganzen Klasse“.
- Mathias, Tourenleiter der Hafentour: „hat viel Spaß gemacht, aber puuh ich war am Dammtor ziemlich alle.
- Reiner vom ADFC Bad Oldesloe: „Uns aus Stormarn hat die Sternfahrt gut gefallen“. und „Mehr Frauen ans Megafon“
- Michael, der mit 50 Teilnehmern aus Buchholz kam: „Mit noch mehr Werbung kommen wir dann nächstes Jahr mit 100 Buchholzern.
- Auch Helge vom ADFC Itzehoe, der immerhin um 6 (in Worten sechs Uhr)gestartet war, ist nächstes Jahr wieder dabei.
- Wolfgang Piontek aus Lübeck: „Es war ein schöner Tag. Die Rückfahrt machten wir von Ahrensburg nach Lübeck und hatten 140 stolze Km. auf dem Tacho.
- Dirk vom ADFC Norderstedt hatte im letzten Jahr 120 Teilnehmer und musste in diesem Jahr auf dem Rathausplatz in Norderstedt 300 Teilnehmer mit seiner Flüstertüte beschallen.
Übrigens initiiert hat die Fahrradsternfahrt Attac-Hamburg. In diesem Jahr hat sich auch der ADFC-Hamburg stärker engagiert. Allen Helfern und der Polizei, die uns bestens geleitet hat, besten Dank. Auch Dank an den Zoll, der extra für ca. 800 Radler ein Tor im Zollzaun am Spreehafen geöffnet hatte. (...)
Text: Rolf Jungbluth, Norderstedt
Foto: Udo Schuldt, GNU-Lizenz
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