Fahrradsternfahrt

Es begann 1981

Es waren Christen in Sachsen-Anhalt, die 1981 das erste Mal das Auto in einer gemeinsamen Aktion stehen ließen.

Link auf den Bericht "Die Aktion: “Mobil ohne Auto” in der DDR" von Dr. Hans Peter Gensichen, Wittenberg

Zehn Jahre später hatte sich die Aktion unter dem Namen Mobil ohne Auto (MOA) deutschlandweit ausgedehnt. Seither unterstützen engagierte Bürger, die Kirchen, Umwelt-, Heimat- und Sportverbände und Teile der öffentlichen Verwaltung auf breiter Basis dieses Mobilitätsverständnis, das nicht auf das Auto zentriert ist. Vergleichbare Initiativen in England, Frankreich und Russland unterstreichen das breite Bündnis weiterhin.

Seit Mitte der 90er Jahre findet die Aktion Mobil ohne Auto bundesweit ein immer zahlreicheres Publikum. Anläßlich der Aktivitäten dieses Tages werden Landes- und Bundesstraßen für Autos gesperrt. Billige Tagestickets für Bus und Bahn machen in vielen Regionen das autofreie Angebot verlockend. Große Radler- und Inliner-Veranstaltungen, aber auch Straßen- und Bahnhofsfeste tragen zur Attraktivität des Aktionstages Mobil ohne Auto bei. Regionale Schwerpunkte bildeten sich in Hamburg und in Baden-Würtemberg. Die große Fahrradsternfahrt in Berlin - die größte Sternfahrt der Welt - findet nicht am Mobil ohne Auto-Tag statt, sondern am Tag der Umwelt.

In Baden-Württemberg genossen 2006 erneut über eine viertel Million Menschen an über 120 Orten die von den Organisatoren des Mobil ohne Auto-Aktionstages vorbereiteten Angebote zu autofreier Mobilität mit Rädern, Inlinern, Füßen, Bussen, Bahnen und Schiffen. Schwerpunkte waren in der Rhein-Neckar-Region, im Neckartal zwischen Heilbronn und Mosbach, im Nagoldtal, am Bodensee, am Hochrhein und im großen Lautertal. Das "Ländle" ist damit unangefochten Spitzenreiterin bei der Zahl der Veranstaltungen und Teilnehmer/innen.

Seit 1995 veranstalten Umwelt-und Verkehrsgruppierungen auch in Hamburg und Umgebung Aktionen anläßlich des Mobil ohne Auto-Tages. Die Fahrradsternfahrt-Hamburg findet im Rahmen dieses Mobil ohne Auto Tages statt. Routen aus der niedersächsischen und schleswig-holsteinischen Umgebung machen die Sternfahrt zu der zentralen Norddeutschen Veranstaltung dieses Tages.

Seit dem Jahr 2000 findet jährlich die "European Mobility Week" vom 16.-22. September statt, die mit einem europaweiten autofreien Tag am 22. September endet (www.mobilityweek-europe.org). Beide Aktionstage streben eine langfristige Reduzierung des automobilen Verkehrs an. Der Hamburger Trägerkreis, zur Gestaltung des 22. September, ist leider zusammengebrochen und wartet auf Wiederbelebung. Daher fanden hier in den letzten 2 Jahren keine Veranstaltungen anläßlich der "European Mobility Week" statt.

Autofreie Aktionstage oder autofreie Erlebnistagen liegen im Trend, wie die Zusammenstellung des UPI - Umwelt- und Prognose-Institut e.V. belegt (www.upi-institut.de). So sind die Möglichkeiten dieser neuen Freizeitkultur nicht nur vom Stadt- und Tourismusmarketing entdeckt worden. Immer öfter finden autofreie Tage in Deutschland und anderen europäischen Ländern deshalb auch außerhalb von landesweiten und bundesweiten Aktionstagen statt.

Dem Aktionsbündnis von Mobil ohne Auto ist es wichtig, dass bei den autofreien Aktionstagen kein zusätzlicher Verkehr entsteht, und vor Ort ausreichende Angebote durch den öffentlichen Personennahverkehr angeboten werden.

Udo Schuldt, 27.09.2006

(ergänzt am 18.02.2008 von Frank Bokelmann)

 

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